TAGEBUCH Zur Motorradreise 2011

 

TAGEBUCH zur Motorradreise 2011 vom 11. – 25. Mai

Von Willi, Heinrich, Ernst und Wolfgang

Bei Mahmut AYDIN (www.taurus-motorrad.com)buchten wir eine erweiterte Tour Süd-Westtürkei um EUR 2.156,-- inkl. Übernachtungen mit Halbpension und Leihmotorräder Yamaha XT 660.
Die Anreise erfolgte per Flugzeug (Linz – Antalya um EUR 213,-- zuzügl. EUR 23,-- Reisestornoversicherung).

Die Route: Antalya – Kekova – Kas – Fethiye – Marmaris – Datca – Bodrum – Selcuk (Ephesos) – Pamukkale – Egirdir –Antalya

Gefahrende Strecke: 2.400 km
Spritpreis: 4,25 Lira = 1,90 Euro (in Österreich kostet Benzin aktuell 1,40 Euro)
 

Mittwoch, 11. Mai
Guide Mahmut holt uns am späten Nachmittag vom Flughafen Antalya ab. Transfer zum ersten Hotel (Club Hotel Sera, 5 Sterne, all-inklusive).
 

Donnerstag, 12. Mai / 195 km
Übernahme der Motorräder. Umpacken vom Reisekoffer in Topcase, Rollen und Rucksäcke. Es beginnt noch vor dem Start zu regnen, die neue Motorraddress von Stadler bewährt sich bestens. Laut Mahmut sind Klima und Vegetation heuer 4 – 6 Wochen später als normal. Prognose für die nächsten Tage: regnerisch. Nach einer halben Stunde geht es bereits erstmals über unbefestigte Staßen und Wege. Der Untergrund ist tückisch. Mittagessen bei einem Bauern in den Bergen. Starker Regen. Vor betreten der Gaststube (Planenverschlag mit Teppichen ausgelegt) sind die Stiefel auszuziehen. Das Essen ist sehr gut – dies sollte für die nächsten 2 Wochen so bleiben. Die nächsten größeren Orte sind Kumluca, Finike und Kale. Das antike Myra (heute Demre) war Wirkungs- und Grabstätte des Hl. Nikolaus. In die hinter dem Dorf aufragende Felswand haben die Lykier zahlreiche Hausgräber geschlagen. Erstmals sehen wir auch Steinsarkophage. Diese Grabstätten der Lykier  werden wir auf der ganzen Reise wiederholt sehen. Überall werden in Glashäusern Tomaten, Gurken und Paprika gezogen. Über interessante Nebenstraßen geht es zum ersten Etappenziel: der kleine Fischerort Ücagiz in einer Traumbucht vor der Insel Kekova. Zimmer in einem kleinen Hotel. Ausgezeichnetes Abendessen. Viele Steinsarkophage am Ortsrand.
 

Freitag, 13. Mai / 155 km
Fahrt in das Hinterland von Kas. Teilweise auf der Flucht vor den Regenwolken. Eine Off-Road-Strecke erweist sich als unbefahrbar, weil vom Regen aufgeweicht. Mittagessen in Kasaba (ausgezeichnetes Hühnerragout!). Bezug des Hotel Aquaris in Kas. Ausfahrt zu einer Sendeanlage (off-road) mit herrlichem Blick auf das Meer und die zum Greifen nahe griechische Insel Megisti. Weiterfahrt zu einer einsamen Bucht (weitgehend auf Fahrwegen / off-road). Auf der Rückfahrt ereilt uns ein Gewitter mit Hagel. Kein Regenanzug dabei  shit! Spaziergang durch den malerischen Hafenort Kas. Wir hängen spontan eine zweite Nächtigung in Kas an (Mahmut macht das möglich!)
 

Samstag, 14. Mai / 130 km
Ausflug in das Hinterland auf einsamen Bergpfaden zunächst hoch über der Küste. Ein ziemlich ausgewaschener Schotterpfad hinauf zu einer Senderanlage gibt am Ende einen schönen Blick in das weite und fruchtbare Xanthos-Tal mit unzähligen Gewächshäusern frei. Es geht weiter über Sand-/Schotterstraßen und Feldwege zu einem abgelegenen Bauernhof. Dort wird uns in ursprünglicher Umgebung ein ursprüngliches Mittagessen zubereitet (selbstredend vorzüglich). Der nächste Nachbar ist mindestens 5 km entfernt. Die Bäuerin ist die Tochter des Nachbarn …. Über kleine Straßen, Wege und Pisten retour nach Kas.
 

Sonntag, 15. Mai / 150 km
Auf der wunderschönen (in den Fels gesprengten) Küstenstraße von Kas nach Kalkan. Bei einer Teepause sehen wir einen Uhrmacher, der seinen uralten Renault R 12 Kombi als Werkstatt nutzt und großen Zulauf hat. Das nächste Ziel ist die großartige Ruinenstätte der wichtigsten Stadt des antiken Lykien: Xanthos (Weltkulturerbe). Im nahen Dorf Kinik halten wir Teepause und Mahmut besorgt Lunchpakete für unsere Mittagrast bei einem „Aussteiger“. Über einsame und abenteuerliche Bergstraßen und Fahrwege mit tollen Ausblicken auf die tief unten liegende Küste gelangen wir zum abgelegenen Haus des Aussteigers (ca. 30 Jahre alt, attraktiv, angeblich stets in Gesellschaft hübscher Frauen). Auf der Dachterasse vertilgen wir die mitgebrachten Speisen und genießen den Blick auf die tief unten verlaufende Küste. Wieder über Wald- und Wiesenwege durch anspruchsvolles Gelände über einen Höhenzug in das obere Xanthos-Tal. Von den Bergen herab stoßen wir auf das antike Pinara, eine weitere Ruinenstätte einer Lykierstadt. In der hinter dem Burgberg senkrecht aufsteigenden Felswand sind hunderte Felsengräber eingemeißelt. Von der waldigen, felszerklüfteten Einsamkeit hinunter in das Xanthostal. Auf der gegenüberliegenden Seite zum Eingang zur Saklikent-Schlucht. Dies ist ein 18 km langer Canyon mit bis zu 300 m senkrecht aufragenden Felswänden, den der Fluß Esen auf seinem Weg von Fethiye nach Pinara in die Berge des Taurusgebirges geschnitten hat. Am Canyon-Eingang Teepause, bevor wir zum Butik-Hotel Berghof der deutschen Brigitte Kochs am Fuße der nächsten antiken Stätte TLOS einchecken. Dort kennen wir ein Berliner Ehepaar mit typisch norddeutscher Seele kennen. Auch ein ehemaliger US-Diplomat (die gehen im Alter von 45 Jahren in Pension und fadisieren sich) ist Gast. Dieser schreibt  an einem Buch über die Weltreligionen, welche sich zwischen 800 vor bis 200 nach Christus in Vorderasien entwickelten und macht Studien vor Ort. Aber wir wissen es besser: er ist ein Spion.
 

Montag, 16. Mai / 137 km
Heute gibt es eine äußerst anspruchsvolle Off-Road-Tour über die Berge in die Ebene von Elmali. So hab ich mir das immer vorgestellt. Ausgewaschene Fahrwege, Wasserfurten, Schlammlöcher. Der Ernst rutscht bei der ersten Möglichkeit aus und holt sich von Kopf bis Fuß eine Schlammpanier. Nach vielen mühevollen Passagen und Streckenabschnitten erreichen wir den Girdev-See auf 1.800 m Seehöhe. Dieses Hochplateau wird von den ehemaligen Nomaden als Sommerweide für Ihre Schafe genützt. Die Abfahrt in die Ebene von Elmali ist nicht weniger anstrengend. Wieder auf befestigter Straße ist eine Reinigung der Motorräder mit dem Hochdruckreiniger angesagt. Im Dorf Gömbe halten wir bei einem Forellenzüchter Mittagsrast. Es gibt – richtig – gebratene Forellen. Sehr lecker. Nach einigen schönen Asphalt-Kilometern zweigen wir wieder auf Nebenstraßen durch hügeliges Gebiet ab. Die Straße wandelt ständig zwischen schön befahrbar auf löchrig und zwischendurch wieder kurze unbefestigte Teilpassagen. Dann ist auch noch ein ziemlich rasch fließender Fluß über eine provisorische wie abenteuerliche Furt zu queren. Wir kommen zu den Ruinen der antiken Lykierstadt Tlos. Teepause. Nach weiteren 3 km sind wir bei Brigitte retour.
 

Dienstag, 17. Mai / 240 km
Aufbruch Richtung Fethiye. Kurz davor blicken wir von einer Anhöhe auf den bekannten Bilderbuchstrand von Ölü Deniz. Nächster Halt im verlassenen Dorf Kayaköy, welches nach dem 1. Weltkrieg von der griechischen Bevölkerung aufgegeben wurde. Felsengräber von Fethiye. Zwischenstopp in der Motorradwerkstatt um Mahmuts Hinterradlager zu wechseln. Gleich einer Hochschaubahn geht es auf der gut ausgebauten Staatsstraße Nr. 400 ca. 60 km bergan und bergab über viele Bergrücken in die Nähe der Stadt Daylan. Wir stellen unsere Mopeds ab und fahren mit einem der unzähligen Ausflugsboote 20 Minuten auf dem Fluß in die Stadt zum Mittagessen. Von dort haben wir eine schöne Aussicht auf die in die Felsen geschlagenen Königsgräber von Kaunos. Anschließen verladen wir die Motorräder auf das Boot (kann man sich vorher kaum vorstellen) und setzen ans andere Ufer über. Die anschließende Uferstraße entlang des Köycegiz-See haben wir für uns allein. Wieder zurück auf der Straße 400 geht es nach Marmaris. Teepause am riesigen Yachthafen (ca. 1000 Liegeplätze). Restlich 30 km zum Quartier bei Orhaniye auf der Halbinsel Bozburun. Unser Hotel wird vor allem von Seglern frequentiert, welchen in der Bucht ein Anlegesteg zur Verfügung steht.
 

Mittwoch, 18. Mai / 175 km
Rundfahrt auf der Halbinsel Bozburun mit teils atemberaubenden Ausblicken auf das türkisblaue und glasklare Meer. Erste Teepause am Yachthafen des Hauptortes Bozburun. Weiter bis zum Straßenende am Südende der Halbinsel, einem kleinen Naturhafen türkischer Fischer. Am Rückweg von der Straße hoch über der Küste hinab zu einem kleinen Dorf am Wasser. Auch hier warten Angestellte eines Restaurants direkt am Wasser und Zufahrt über den Kiesstrand auf Gäste. Wir essen Meeresfisch – wie’s schmeckt? Erraten!
Die Runde über die Insel schließt mit einer Naturpiste durch unbesiedeltes Gebiet ab. Für unseren Guide Mahmut war diese Route ebenfalls neu und deswegen haben wir einige Abzweigungen gewählt, die sich jeweils als Sackgasse herausstellten. Dann wieder auf der toll ausgebauten Staatsstraße 400 ca. 60 km nach Datca auf der gleichnamigen Halbinsel. Hier gibt es angeblich die beste, reinste und gesündeste Luft der ganzen Türkei. Wir jedoch sind von der gut ausgebauten Straße samt idealen Kurvenradien begeistert. In rascher Abfolge geht es kurvig bergauf und bergab im Idealtempo von 80 – 100 km/h dahin. Viel zu früh endet der Kurventraum und wir checken im Hotel Mare am Rande von Datca direkt am Meeresstrand ein. Abendessen in der Innenstadt in einem typisch türkischen Lokal (Lokanta), wo man an der Theke die gewünschten (vorgekochten) Speisen auswählt. Mmhhh …. lecker. Die meisten Lokantas haben übrigens keine Lizenz zum Ausschank von Alkohol. Auch  der Kaffee wurde hier mittels Gegensprechanlage vom nahen Kaffehaus geordert. Wir nächtigen zweimal in Datca.
 

Donnerstag, 19. Mai /115 km
Türkischer Feiertag: Tag der Jugend. Heute geht es in das antike Knidos am Ende der Halbinsel. Erkundungsfahrt durch unbewohntes Gebiet auf einer Piste endet nach 30 Minuten. Dieselbe anstrengende Strecke wieder retour. Kurze Zeit später Teepause in einem kleinen Dorf abseits der Straße. Besichtigung der Moschee mit Ausführungen von Mahmut. Schuhe ausziehen, Hände, Gesicht, Ohren, Nase waschen; mit dem rechten Fuß zuerst über die Türschwelle; weicher Teppich im Gebetsraum; Frauen beten auf der Empore getrennt von den Männern). Die Halbinsel ist nur mit wenigen Dörfern besiedelt. Die kurvenreiche und schmale Straße endet schließlich im äußersten Westen bei der antiken Hafenstadt Knidos. Wir marschieren durch das Ausgrabungsgelände und wer kommt uns entgegen? Der Spion aus Brigitte’s Berghof! Am Rückweg Mittagessen (Fisch, Salat und sonstige Kleinigkeiten) in Palamutbükü, einem der beiden Orte im mit schönen Badestränden gesäumten Süden der Halbinsel. Kurz vor der Stadt Datca Besuch eines sehr schönen Verkaufslokals einer Olivenfarm. Weils gestern so gut war besuchen wir auch heute wieder das Lokanta in der Innenstadt.
 

Freitag, 20 Mai / 281 km
Zeitiger Aufbruch zum Fährhafen, damit wir das nur zweimal wöchentlich über den Golf von Gökova nach Bodrum verkehrende Schiff nicht verpassen. 2 erholsame Stunden auf See. Tiefblaues Wasser, wolkenloser Himmel, am Horizont die Shilouetten des Festlandes und später der zum Greifen nahen griechischen Insel Kos.  Bodrum präsentiert sich schon vom Schiff aus als große aber äußerst idyllische Stadt, die mit vielen Siedlungen vom Hafen die umliegenden Hänge hinaufwächst. Im Hafen ankern jede Menge riesiger Segelschiffe. Das Stadtbild von Bodrum ist von den ausnahmslos nur zweigeschossigen Bauten geprägt (gesetzlich verordnet). Kurzer Abstecher mit Mittagessen in die Hafenstadt Turgutreis am westlichen Ende der Halbinsel Bodrum. Dann ca. 50 km die sehr gut ausgebaute Straße nach Milas. Wir überholen eine wahlwerbenden Autokonvoi mit Polizeieskorte und Musik aus riesigen Boxen. Ab Milas wird 50 km weit unentwegt am zweispurigen Ausbau der Straße gearbeitet. Am Bafa-See (17 km lang, Naturschutzgebiet) gibt es eine Teepause. Wir nähern uns dem nächsten kulturellen Ziel: Didyma. Rundgang durch die Ruinen des gigantischen Apollotempels, welcher an einem uralten Quellheiligtum der antiken Griechen entstand. Nicht weit davon entfernt planen wir den nächsten Halt bei der Theaterruine von Milet (in der Antike die größte Stadt an der Küste Kleinasiens und mit vier Häfen das wichtigste Handelszentrum; gegründet um 1000 vor Christus). Bei heftigem Seitenwind fahren wir durch die weite Schwemmlandebene des Büyük Menderes. Ab Söke überqueren wir einen Höhenzug und gelangen in die touristische Hafenstadt Kusadasi. Jede Menge neuer Siedlungen lassen die Stadt in das Umland hineinwachsen. Nur noch wenige km bis zu unserem in der Nähe von Ephesos einsam am Stand gelegenen Quartier.
Am angrenzenden Campingplatz unterhalten wir uns mit einem älterem Ehepaar aus Spittal an der Drau in ihrem Wohnmobil.
 

Samstag, 21. Mai / motorradfreier Tag
Mit einem Kleinbus fahren wir ins nahe Ephesos. Mahmut hat einen Freund als kompetenten Reiseführer engagiert. Die Ausgrabungen des antiken Ephesos sind großartig und lassen eine gute Vorstellung von der ehemaligen Hauptstadt der römischen Provinz Asia entstehen. Ihre Straßen, Plätze, Tempel, Hanghäuser, Repräsentationsbauten wie die Bibliothek, eine riesige Agora (Marktplatz) mit ehemals 250 Geschäften rundum, ein römisches Bad, die ehemals öffentliche Latrine, ein großes Theater, Gymnasium, etc. sind Teile der Gesamtanlage. Bin schwer beeindruckt.
Kurz nach Mittag fahren wir in das unweit von Selcuk gelegene Bergdorf Sirince zum Mittagessen (google: Sirince, das pittoreske Weindorf ca. 8 km von Selcuk, ist das "Rothenburg an der Tauber" der Türkei...sehr auf Tourismus eingestellt,).
Am Nachmittag Rückkehr ins Motel am Strand. Faulenzen. Abendessen.
 

Sonntag, 22. Mai / 260 km
Ziel: Pamukkale. Natürlich nehmen wir nicht die ausgebaute Hauptstraße sondern fahren ab Belevi auf Nebenstraßen durch die fruchtbare Ebene des Kücük Menderes (Gemüseanbau, Obstplantagen Landwirtschaft). In Belevi schlendern wir zuvor noch durch einen farbenfrohen Obst- und Gemüsemarkt. Am Oberlauf überqueren wir einen landschaftlich wunderschönen Höhenzug (Aydin Daglari) und kommen bei Nazilli in das Tal des Büyük Menderes, dessen Schwemmlandgebiet an der Mündung wir schon am Freitag gequert haben. Im Ort Karacasu (übersetzt: schwarzes Wasser) gibt es beim Dorfwirt das schon obligate schmackhafte Mittagessen. Weiterfahrt zum weitab der Hauptstraßen gelegenen Aphrodisias, den Ruinen einer Stadt, die schon im 4. Jahrtausend vor Christus bewohnt war. In römischer Zeit war der Ort eine Bildungsstätte der Philosophen und Ärzte mit einer Bildhauerschule. Im Museum sehen wir die Skulpturen aus der Bildhauerwerkstatt. Neben dem größten antiken Stadion mit 260 m Länge sind auch Reste eines Theaters, eines Odeions, Bäder, Tempel und Agora freigelegt. Sehr interessant.
Auf einem einsamen Bergsträßchen überqueren wir den bis zu 23oo m aufragenden Höhenzug Akdag und blicken schließlich in ein weites Tal, an dessen Gegenhang sich als kleiner weißer Fleck die Kalkterassen von Pamukkale erkennen lassen. Erst geht es aber durch das langgezogen auf einem Höhenrücken gelegene Städtchen Babadag. Die anschließenden Landschaftformationen sind wunderschön. Ankunft im heutigen Quartier, dem Thermalhotel Heraklon in Karahayit. Bad im 40 Grad warmen Wasser.
 

Montag, 23. Mai / 345 km
Mit dem Taxi 3 km zum Eingang der riesigen Nekropole (Totenstadt = „Friedhof“) der antiken Stadt Hierapolis. Mit tausenden von Grabhäusern, Sarkophargen und Mausoleen gilt die Nekropole von Hierapolis als größte Totenstadt Kleinasiens. Die Stadt selbst wurde im 2 Jh. vor Christus gegründet und hatte einst 100.000 Einwohner. Das riesige Ruinengelände mit Überresten von Theater, Thermen, Tempeln und Torbauten queren wir mit einem Shuttlebus zur Ostseite der Anlage. Dort befindet sich als Herzstück die heiße Quelle von Pamukkale (übersetzt „Baumwollburg“) mit den berühmten weißen Sinterterrassen. Nach einem Fußbad im warmen Wasser der Terrassen geht es denselben Weg zurück zu Hotel. Mit den Motorrädern fahren wir nochmals unterhalb der weißen Terrassen vorbei. Zunächst geht’s auf der Stadtautobahn durch Denizil. Auf der gut ausgebauten 4spurigen Straße Nr. 585 geht es stetig bergan. Schließlich erreichen wir auf etwa 900 m Seehöhe eine weite, sattgrüne Ebene, die landwirtschaftlich bearbeitet wird. Wir verlassen die Hauptstraße und queren auf schnurgerader Straße die Ebene, an deren Ende wir viele weiße Mohnfelder passieren. Es geht wieder bergauf und wir erreichen den Salda-See auf 1.200 Höhenmeter. Hier oben ist es ziemlich kühl und mein Sommeranzug ist fast fehl am Platz. Es ist Zeit zu einem kleinen Mittagessen im Restaurant hoch über dem See. Dann wird der warme Pullover angezogen und es geht weiter zum Burdur-See, mit bis zu 110 m einer der tiefsten der Türkei. Wir fahren den 34 km langen See nicht auf der ausgebauten Straße am Ostufer entlang, sondern nehmen die weit interessantere Nebenstraße am schönen Westufer. Kurz Richtung Norden, dann eine Landstraße nach Nordosten zum Nordende des riesigen Egirdir-See. Dazwischen Teepause im Städtchen mit dem lustigen Namen Uluborlu. Wunderschöne Landschaft auf noch immer über 1.000 m Seehöhe! Auf der Westseite fahren wir den 50 km langen Egirdir-See bis zur Südspitze in die Kleinstadt Egirdir, unserem heutigen Etappenziel. Zum Abendessen spazieren wir ca. 2 km auf eine in den See hineinragende Halbinsel. Wir nehmen Fisch und dazu allerlei Meze (Vorspeisen). Mit der 1200 GS vor der Haustüre ist angeblich ein Amerikaner unterwegs (Spion!).
 

Dienstag, 24. Mai / 230 km
Aufbruch zur letzten Etappe. Mahmut verspricht uns wieder eine Tour durch wunderschöne Landschaft und enttäuscht uns nicht. Antalya liegt exakt im Süden von Egirdir. Wir nehmen aber nach ca. 40 km einen Abstecher ins Umland, wo wir die von Mahmut angekündigte Landschaft im wörtlichen Sinn erfahren. Wir treffen beim Dorf Sagrak auf die antike Ruinenstadt Adada und treffen dort einen Bayern der als Pilger auf dem St.Paul-Weg unterwegs ist. Nach dem üblichen wer bist du, woher kommst du und wohin gehst du schwingen wir uns wieder in die Sättel. Es ist wirklich wunderschön hier und so abgelegen, dass ich zuhause große Mühe habe mithilfe von Google-Earth die Route zu rekonstruieren. Selbst Mahmut musste improvisieren. Nach einer 10 km langen Piste treffen wir wieder auf Asphalt und nach einer halben Stunde ist er in der Nähe von Sütcüler wieder voll im Bilde. Es geht auf gewundenen Wegen bergan / bergab Richtung Karacaören-Stausee. Kurz vor Candir kehren wir in einem abgelegenen Gasthaus an einem kühlen, glasklaren Fluß zu einem Forellenmenü ein. Vorher wandern wir ein kurzes Stück die Schlucht zu einer Felseninschrift eines Heiligen (weiß nicht mehr welcher, war aber bestimmt prominent) zurück. Auf wahren Schlängelpfaden mit sehr unterschiedlichen Straßenzuständen geht es entlang des sehr verzweigten Stausees zur Staumauer. Kurz danach befinden wir uns auf der D685 und sind nach 90 Minuten zurück nach Antalya/Lara Beach. Heute sticht die Sonne vom Himmel und wir sind froh, die letzten 2 Wochen eher durchwachsenes Wetter gehabt zu haben (war ja schließlich eh kein Badeurlaub ….). An der Tankstelle Motorräder waschen und dann zurück zu Mahmuts Garage. Transfer zum Club Hotel Sera. Nochmals 5Sterne All-Inklusiv genießen.
 

Mittwoch, 25. Mai
Um 07.00 Uhr steht Mahmut vor der Tür und bringt uns zum Flughafen. Auf Wiedersehen. 2 Stunden Flug nach Linz-Hörsching. Es war schön in der Türkei. Aber auch die Rückkehr zu Hause ist angenehm.

Danke an Ernst, Heinrich und Willi für die angenehme und unkomplizierte Reisebegleitung.
Was machen wir im nächstes Jahr??

Zusammenfassend war diese von Mahmut Aydin organisierte und geführte Motorradreise ein wunderschönes Erlebnis. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir eine weitere Tour mit Mahmut machen.

Und zum Schluß noch ein paar Erkenntnisse:
4 – 5 Teepausen täglich waren bekömmlich;
Ausgezeichnetes türkisches Essen – Mahmut ist auch ein ausgezeichneter kulinarischer Guide;
Die TürkInnen sind uns als besonders freundliche Leute begegnet;
Verschleierte Türkinnen gibt es vor allem in Europa, aber kaum in der Türkei

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